Die Westküste der Insel

Durch hohe Gebirgszüge liegt die Westküste geschützt vor den zahlreichen Regenfällen. Die Trockenheit verrät sich durch die niedrige und deutlich weniger grüne Vegetation.

Das Wasser an den Stränden von Batali, Douglas Bay, Méro, Prince Rupert Bay und Toucari ist ruhig, die Strände sind schwarz, aber feinsandig und fast unberührt.

Die Douglas Bay selbst gehört zum 260 ha großen Cabrits National Park. Er liegt auf den Anhöhen zwei erloschener Vulkane, die inzwischen von dichtem Urwald überwuchert sind. In diesem Nationalpark befindet sich eine weitläufige Befestigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert, das Fort Shirley.

Fort ShirleyZwischen 1770 und 1815 bauten Engländer und Franzosen an der Befestigungsanlage, selbstverständlich nicht gemeinsam, sondern im Wechsel. Das Fort diente der Verteidigung der nördlichen Inselhälfte und dem Schutz der in der Bucht ankernden Handelsschiffe. Die Befestigungsanlage konnte über 600 Soldaten aufnehmen und verfügte nicht nur über zahlreiche Kanonen und Pulvermagazine, sondern ebenso über Zisternen, Wohnblocks für Offiziere und die gewöhnlichen Truppen sowie ein eigenes Krankenhaus.

Zu seinen größten Einsätzen gelangte Fort Shirley während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, der Französischen Revolution und den Kriegen Napoleons.

Im Jahre 1854 wurde das Fort als Militärstützpunkt aufgegeben und der Urwald eroberte sich die beiden Vulkane zurück.

Der Name Cabrits entstammt dem spanischen, portugiesischen und französischen Wort für Ziege, denn die Seefahrer hatten Ziegen ausgesetzt, um bei zukünftigen Besuchen über genügend Fleisch zu verfügen.

Der Cabrits National Park ist wird an drei Seiten vom Meer umspült. Im Süden schaut man vom Fort hinab auf die Prince Rupert Bay, in der kleinere Kreuzfahrtschiffe vornehmlich aus den USA anlegen und wo sich die zweitgrößte Stadt des Landes, Portsmouth, befindet. Ausgezeichnet ist der Ausblick auf den höchsten Berg Dominicas, den Morne Diablotins.

Richtung Norden schaut man über die Douglas Bay hinweg bis zu den französischen Überseedepartments Guadeloupe und Les Saintes.

Die Douglas Bay gehört ebenso zu dem Cabrits National Park wie das Fort Shirley und die maritime Unterwasserwelt, die zu erschnorcheln ein mit weißen Bojen markierter Unterwasserweg einlädt.

Wer sich Zeit lassen kann, sollte zumindest einen halben Tag für den Cabrits National Park einplanen und festes Schuhwerk einpacken. Die Wege, über die schon Soldaten 200 Jahre früher marschieren mussten, sind noch immer steinig.

Portsmouth sieht man schon vom Fort Shirley aus, wie es sich entlang der Prince Rupert Bay erstreckt.

Die Stadt liegt an der wohl größten und schönsten Bucht Dominicas. Sie ist bekannt für ihren Yachthafen und die Herstellung der traditionellen Fischerboote. Leider rosten in der Bucht viele gestrandete Schiffe vor sich hin und trüben die Karibikatmosphäre ein wenig.

In der (Segel-)Saison von November bis Juni sieht man in der Bucht von Portsmouth ständig viele Yachten. Kein Wunder, dass für die Skipper inzwischen eine Reihe verschiedener Service-Leistungen angeboten werden, um den Aufenthalt angenehmer zu machen.
Dazu zählen Internetzugang, Wäscheservice (von und zur Yacht innerhalb von acht Stunden), Dinghy Dock mit Bewachung, Reparaturmöglichkeiten an Hauptmaschine, Außenborder, Generator, Schweissarbeiten, Fiberglaßreparaturen und Abfallentsorgung, Gasflaschenfüllung, Rumpfreinigung und ein Lieferservice für Obst, Gemüse und Brot.
Dabei erfolgt der Import von Ersatzteilen und Yachtbedarf per FedEx unmittelbar aus den USA und das innerhalb 48 Stunden. Auch die zollfreie Einfuhr für den Yacht-in-Transit soll schon bald möglich sein.

Ursprünglich planten die Engländer, dass Portsmouth die Hauptstadt werden sollte, doch nachdem im Jahre 1760 die Malaria in der Stadt ausbrach, erhielt Roseau den Vorzug. Dort konzentrieren sich heute Handel und Regierung.

Entstanden ist dadurch ein Nord-Süd-Konflikt, der immer wieder zum politischen Tagesgeschehen gehört.

Unterkünfte

Bars & Restaurants

  • Big Papa's Restaurant
    Mit Blick auf die ankernden Yachten in der Bucht werden zu Lunch und Dinner frischer Fisch, Huhn und Steak in verschiedenen Geschmacksrichtungen serviert. Spezialität des Hauses sind der „Catch of the day“, meist Mahi-Mahi oder Kingfisch, und Lobster, der lebend aus einem Lobsterkorb geholt und erst dann zubereitet wird. Als Beilage werden verschiedene lokale Gemüsesorten gereicht.
  • Cabin Restaurant, Bay Street
    Das Essen ist immer dasselbe: Huhn oder Fisch mit Gemüse und Salat für rund 20,00 EC$. Nur wer sich vorher anmeldet, wird nach Wunsch bedient.
  • Coconut Beach Hotel, Picard
    Zu moderaten Preisen gibt es täglich abwechslungsreiche Gerichte à la carte. Beliebt sind Rum-Punches, Fruchtsäfte und lokale Spezialitäten. Frühstück, Mittag- und Abendessen.
  • Douglas Snackette & Restaurant
    Für weniger als 10,00 EC$ gibt es alle Snacks, die der Magen auf Dominica je begehren könnte.
  • Le Flambeau Restaurant, Bay Street
    Öffnungszeiten: Täglich von 7.00 bis 23.00 Uhr.
    Beim Portsmouth Beach Hotel ist das Le Flambeau Restaurant und bietet Sandwiches und Omeletts für 10,00 EC$, frischen Fisch für 25,00 EC$ und Fleischgerichte für 35,00 EC$. Die Speisekarte enthält zudem vegetarische Gerichte.
  • Mamie's on the Beach, Lagoon
    Wäre das Restaurant jetzt nicht so modern, ließe es sich hier länger aushalten. Doch selbst so kann ein Sonnenuntergang am Strand unvergesslich bleiben. Die Gerichte sind die üblichen.
  • Mango Bar & Restaurant, Bay Street
    Öffnungszeiten: Freitag und Samstag von 8.00 bis 1.00 Uhr, Sonntag bis Mittwoch von 8.00 bis 23.00 Uhr, Donnerstag geschlossen.
    Hier gibt es alles, von frischen Fruchtsäften über Hühnersandwichs bis hin zur karibischen Küche. Die Stärken liegen zugegebenermaßen wie so oft bei den Snacks und weniger in aufwendigen Hauptgerichten.

Und weiter geht's

Hat man Portsmouth gerade verlassen, so gelangt man an eine Brücke. Hier mündet der Indian River ins Meer.

An der Brücke findet man immer einen Bootsführer für eine Tour über den Fluss ins Landesinnere. Schwierigkeiten bereitet es eher, nur einen einzigen zu bekommen. Das Gerangel um die Touristen ist groß. Bei der Flussfahrt sollte man ein Ruderboot auswählen, um die Ruhe und Natur wirklich genießen zu können.
Wer dem Gerangel entgehen will, kann sich schon vorher an Gregory Augustine wenden. Telefonisch ist er zu Hause unter der Rufnummer 445-5090 oder per E-Mail zu erreichen. Im Internet ist er seit einiger Zeit ebenfalls mit einer eigenen Darstellung präsent.

Die Kariben-Indianer lebten ein Stück tiefer im Urwald und nutzten den Fluss als Zugang zum Meer. Die ersten Europäer trieben schon früh Handel mit den Indianern, von denen sie Früchte, Fleisch und Trinkwasser auf ihrer Durchreise erhielten.

Heute sind die Indianer schon lange fort, doch noch immer lässt sich die Atmosphäre erahnen, zu der vor mehr als 200 Jahren die Indianer auf dem Fluss schifften.

Die kräftigen Wurzeln der Mangrovenbäume ragen bis weit ins Wasser. Farne und Lianen machen das Grün teilweise undurchdringlich, am Flussufer lassen sich Blaureiher sehen, vielleicht sogar ein Leguan in den Baumwipfeln.

Im Fluss selbst tummeln sich die Fische und durch die Wurzeln der Mangroven zwängen sich faustgroße Krabben.

Nach rund einer halben Stunde Fahrt flussaufwärts gelangt man zu einer „Dschungel-Bar“, in der man mit etwas Glück einen lokalen Fruchtsaft erhält. Von dort aus führt ein schmaler Fußweg durch eine Bananenplantage bis hin zu einem Zitronengrasfeld, dessen Erträge der Parfümherstellung dienen.

Auf demselben Weg geht es dann zurück und den Fluss hinunter, wobei man die Ruhe des langsam den Flusslauf hinabgleitenden Bootes genießen sollte.

Der Preis für die Tour liegt bei rund 25,00 EC$ pro Person.

Morne DiablotinNach der Indian River Tour geht es weiter nach Süden Richtung Roseau. Kurz vor Dublanc führt ein Weg links ab zum Morne Diablotins. Etwas oberhalb des Syndicate Estate an der befahrbaren Straße beginnt ein extrem steiler Pfad, den es bis zum Gipfel zu erklimmen gilt. Der Fußweg ist mehr schlecht als recht und erfordert eine sehr gute Kondition und etwas mehr Ausrüstung als einfaches Schuhwerk. Lohnenswert ist diese Tour für alle, die in den frühen Morgenstunden oder bei Nebel wenn also kaum jemand unterwegs ist, Papageien beobachten wollen. Hier ist vor allem der Sisserou, der National- und Flaggvogel, zu Hause.

Am 21. Januar 2000 ist endlich dieser wertvolle Teil Dominicas unter Schutz gestellt worden. Der dritte Nationalpark ist mit seiner Ausdehung von ungefähr 33 km² vor allem den beiden endemischen Papageienarten zugedacht. Einige kleine Flächen wurden von örtlichen Plantagenbesitzern freiwillig abgetreten.
Die Hoffnung mit einem zweiten Eintrag in der Liste der Weltkulturerbe zu erscheinen, dürfte für einige Beflügelung bei der Umsetzung gesorgt haben.

Unauffällig daher kommen Colihaut, Coulibistri, das Batali Landgut und Salisbury.

Dennoch, auf dem Batali Landgut züchtete Dr. John Imray vor hundert Jahre nach immensen Absatzschwierigkeiten für Zuckerrohr aus der Zitrone die tropenfeste Limette heran. Für einige Zeit verhalf sie Dominica zu einem bedeutenden Aufschwung.

Colihaut diente rebellierenden Republikanern als Rückzugsort während der Französischen Revolution.

Vor Méro geht es links ab ins Landesinnere zur Macoucherie Rum Fabrik, einer von zweien auf der Insel und eine der letzten karibischen Zuckerrohr-Mühlen, die noch nicht mit Strom, sondern noch immer mit Wasserkraft betrieben werden.

Unterkünfte

 

Bars & Restaurants

  • Connie's Mero Beachbar
    Ideal zum Relaxen mit einem kalten Bier, einem hausgemachten Punch oder frischem Fruchtsaft.

Das letzte Stück des Weges

Weiter geht es auf der Küstenstraße, vorbei an Saint Joseph und Layou bis zu den beiden Brücken (Achtung: Einbahnstraßen!) über den Layou River. Hier an der Kreuzung folgt man nun einer weiteren Straße entlang des Layou Rivers ins Landesinnere bis Pont Cassé (im übrigen die schönste Inlandsstrecke) oder fährt über die Brücken entlang der Küstenstraße Richtung Roseau.

Layout RiverDer Layou River ist der größte und längste Fluss Dominicas.

Er kommt weit aus dem Inselinneren und ist ein beliebter Badeplatz.

Etwas weiter ist die Ruhe des Tals ungestört und der Fluss lädt mit mehreren kleinen Becken zum Baden ein. Das Layou River Hotel zählt zu den glücklichen, die über einen eigenen natürlichen Pool verfügen, der schönste liegt aber unmittelbar hinter der York-Valley-Brücke. Links ab geht ein schmaler Fußweg. Gegenüber am anderen Ufer sprudelt eine warme Quelle in ein kleines Becken, zur Abkühlung genügt ein Sprung in den kühlen Fluss.

Bars & Restaurants

  • Layou Valley Inn
    Diese Unterkunft bietet aufgrund der freundlichen Besitzerin eine vorzügliche, individuelle Betreuung des Gaumens. Lässt man ihrer Hand freien Lauf, so zaubert sie leichtfertig lokale Spezialitäten, pikant abgeschmeckt.

Zurück an der Küste, geht es über die Brücken weiter die Küstenstraße entlang an einem beliebten Schnorchelgebiet, dem Rodney's Rock, Belfast, dem Platz der zweiten Rumfabrik, der Old Belfast Estate Destillery und der größten Fabrik der Insel, der Dominica Coconut Products Ltd. Hier wird ebenso unter eigenem Namen wie unter Lizenz für große internationale Firmen das Copra aus den Kokosnüssen von der ganzen Insel weiterverarbeitet zu Öl, Seife, Haarwaschmittel und anderen kosmetischen Produkten.

Mahaut ist ein langgezogenes Küstendorf mit einer schmalen, viel befahrenen Hauptstraße und einem Friedhof am Ortsein- bzw. ausgang, der ins Meer abzurutschen droht.

Vor dem Flughafen liegt Massacre, ein kleines Nest, das zur Erinnerung an eine von vielen grausamen Schlachten zwischen Kariben-Indianern und Engländern seinen Namen erhalten hat. Im Jahre 1674 massakrierten hier die Engländer fast 100 Kariben-Indianer.

Kurz vor Roseau, in der Gegend des Canefield Airports, befanden sich einst die größten Plantagen des Landes. Hier wurden Zuckerrohr und Limetten von Sklaven unter katastrophalen Bedingungen angebaut und nach England verschifft. Heute befindet sich hier das größte Industriegebiet der Insel.

Wer sich für die Vergangenheit der Insel interessiert, sollte am Old Mill Cultural Centre vorbeifahren.

Das Kulturzentrum ist in einer ehemaligen, hervorragend restaurierten Zuckermühle untergebracht und liegt in etwa am Ende der Rollbahn des Flughafens (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9.00 bis 13.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr).

Bars & Restaurants

  • Shipwreck, Canefield
    Öffnungszeiten: täglich.
    Am Strand der Pringles Bay kann man Snacks für rund 10,00 EC$ bekommen, beliebter sind die Abendgerichte zum Sonnenuntergang für 20,00 EC$ bis 30,00 EC$. Die Menükarte wechselt täglich.